Den Kurs anwenden.
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Verfasst am: 21. 07. 2010 [15:50]
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Ingeborg
Trümner
Themenersteller
Dabei seit: 18.05.2009
Beiträge: 123
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Hier noch ein Erfahrungsbericht in dem es darum geht,auf Angriff zu verzichten und komplett in die Wehrlosigkeit zu gehen:
Unser Sohn (geistig behindert,autistisch)wird nächsten Dienstag 14.
Er will jetzt nur noch Jugendlicher oder Teenie genannt werden
Seit Monaten freut er sich auf seinen Geburtstag und bombardiert uns mit der Frage,wann es denn nun soweit sei.
Er hat möchte Gäste bzw. gibt es ein Mädchen hier aus dem Dorf,was kommen würde.Mirijam hat ihn netterweise ab und zu mal besucht und ist sehr gerne bei uns weil hier alles viel freier und kreativer ist als in ihrem Elternhaus.
Leider sieht die Mutter nicht gerne,das sie mit einem behinderten Kind spielt.Sie findet immer wieder Ausreden,warum Mirijam nicht kommen kann.
So auch jetzt bei der Einladung zum Geburtstag rief sie an und hatte einen Schwall von Erklärungen fadenscheinigster Art,warum Miri nicht kommen kann.
Und ehrlich,mir brach es das Herz,meinem Sohn sagen zu sollen,das Mirijam nicht sein Gast sein darf,so wie er sich das seit Monaten wünscht.
Ich bat die Mutter,doch einfach wahr zu sein und zuzugeben,das sie nicht möchte das ihre Tochter mit Janis zusammen ist.
Sie fühlte sich daraufhin komplett angepisst.
In mir kam die ganze Wut über 14 Jahre Ausgrenzung und Zurückweisung,die wir hier im Dorf erlebt haben,hoch und ich hätte das alles gerne mal dieser Frau draufgepackt.
In diesem Moment kam der Satz:
Angriff ist niemals gerechtfertigt,in deiner Wehrlosigkeit liegt deine Sicherheit.
Ich fing an zu weinen,es tat so weh...
Ich bat sie,nur ein einziges Mal zuzuhören und unsere Perspektive zu sehen.
Ich zeigte mich absolut in meiner Traurigkeit darüber,wie wir Menschen ausgrenzen und mit Absonderlichkeiten nichts zu tun haben wollen.Wie wir sie zurückweisen und isolieren.
Ich hatte einen Moment das Gefühl,mein Gesicht zu verlieren.Nach Außen machen wir den Eindruck,wir kommen bestens klar mit unserer Situation.
Plötzlich schwenkte sie um,wurde ein bißchen weicher und willigte ein,das Mirijam für ein paar Stunden zu Janis Geburtstag kommen darf.
Ich war sehr froh über dieses Ergebnis.
Aber richtig stolz bin ich darüber,das ich meine Angriffsgedanken transformieren konnte.
Was ich zunächst als "Gesichtsverlust" empfand war,einfach mal dieses"wir-müssen-das alles-schaffen-und-zwar alleine"-Teil beiseite zu legen.Ein fettes Egoteil,verbunden mit soovielen Versagensgefühlen.
Ich habs weggelegt!!!!Bin in die Wehrlosigkeit gegangen,fühle mich aufrichtig damit UND der Geburtstag ist gerrettet.
Herzlich
Ingeborg
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Verfasst am: 23. 07. 2010 [09:03]
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Himmelstor
Dabei seit: 26.04.2009
Beiträge: 43
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Liebe Ingeborg,
ich bin immer noch ergriffen von deinen Worten! Chapeau, das hast du richtig gut gemeistert ( ich meine das auch auch im Sinne einer Meisterin). Du bist für mich ein Vorbild, danke, dass du dich so einbringst und damit für uns alle ein Licht in unserem Leben sein kannst.Deine Stärke und Bereitschaft, in seiner Wahrheit zu wandeln, ist nicht hoch genug zu schätzen.
DANKE!
In segensvoller Umarmung
Rainer
Rainer Tornow
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