„Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füge keinem anderen zu.“ Dieses Sprichwort habe ich bereits in meiner Kindheit aufgeschnappt. Ich weiß gar nicht mehr wo. Aber es hatte so eine tiefe Weisheit und reimte sich so schön, dass ich es mir leicht merken konnte.

Es gibt Varianten dieser Goldenen Regel in allen Weltreligionen. Im Hinduismus findet man z. B. in der Mahabharata (XIII, 114,8):

„Man sollte sich gegenüber anderen nicht in einer Weise benehmen, die für einen selbst unangenehm ist; das ist das Wesen der Moral.“

In der Bibel heißt es in den Evangelien (Matthäus 7,12 und Lukas 6,31):

„Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen ebenso.“

Dies ist eine aktivere Formulierung als nur die Vermeidungsform, die ich gelernt hatte. Im Kurs wird diese Regel noch weiter vertieft. In Kapitel 1:

„Die Goldene Regel bittet Dich, Dich anderen gegenüber so zu verhalten, wie Du von ihnen behandelt werden möchtest. Das bedeutet, dass die Wahrnehmung beider richtig sein muss. Die Goldene Regel ist die Regel für angemessenes Verhalten. Du kannst nicht angemessen handeln ohne richtig wahrzunehmen. (…) Weil Du und Dein Nächster gleichwertige Mitglieder derselben Familie sind, wirst Du Dich beiden gegenüber genauso verhalten, wie Du sie beide wahrnimmst. Um nach der Goldenen Regel wahrzunehmen, solltest Du aus der Wahrnehmung Deiner eigenen Heiligkeit heraus die Heiligkeit der anderen wahrnehmen.

Wir verhalten uns immer unserer Deutung gemäß, wie könnte es anders sein? Wenn wir eine Situation so deuten, als würden wir angegriffen, werden wir uns verteidigen oder vielleicht sogar einen Gegenangriff einleiten. Aber wollen wir das wirklich?

Vielleicht sollten wir einen Augenblick innehalten und überlegen, wie wir die Situation anders wahrnehmen können? Welche Sichtweise kann ich finden, die mich weder in eine Verletzung, noch in einen Angriff oder in Verteidigung führt? Wie kann ich auf eine Art und Weise reagieren, dass ich diese Reaktion auch von anderen mir gegenüber gerne erfahren würde? Wie würde ich reagieren, wenn ich mir sicher wäre, dass mein gegenüber nur mein Erlöser sein kann? Wie möchte ich meinen Erlöser, der mir von jedem Mitmenschen zuruft, behandeln?

Diese Gedanken möchte ich Dir mit in die Weihnachtszeit geben. In die Zeit mit Deiner Familie, mit den Menschen, die sich Dir für ein ganzes Leben verpflichtet haben. Was möchtest Du ihnen geben, was Du auch gerne erfahren möchtest? Denn geben IST empfangen.

Liebe und Segen für Dich und alle Deine Lieben!

Manuela Tornow

 

 

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